Aktuelles & InfoS

WETTBEWERB SCHÖNHEIT DES SCHIEFERS 2018

 

Nach der sehr guten Resonanz
auf unsere Wettbewerbe i.R. der Regionale Südwestfalen 2013 und 2015 möchten wir im KULTUR-ERBEJAHR 2018 mit unseren Partnern den Wettbewerb fortsetzen.

Die Bewerbungsfrist endet am 31. Oktober 2018.

Ausschreibung 2018

DIE PREISTRÄGER 2015

Hier geht es zu den Presseartikeln und Gewinnerfotos 2015

Fast nicht zu glauben - ein durchgängig gepflegtes Stadtbild mit perfekt sanierten Altbauten und sensibel eingefügten Neubauten. Das Beste, was ich in Westfalen seit Jahren besichtigen konnte.
Reisebericht Schmallenberg.pdf
PDF-Dokument [4.7 MB]


In Bad Fredeburg hat Bergbau eine lange Tradition: Seit 160 Jahren wird dort in der Grube MAGOG Schiefer abgebaut. Es ist die letzte Schiefergruben von NRW.


www1.wdr.de/mediathek/videodieletzteschiefergrube

Protokoll mit den Fotos der Preisträger 2013 zum Download
Protokoll der Jurysitzung am 17 10 2013.[...]
PDF-Dokument [5.5 MB]

SCHIEFERLAND = Schönheit des Schiefers Südwestfalen Regionale 2013

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Zitate zur regionalen Baukultur

 

Sammlung Stadtbaurat Michael Stojan, Siegen, Dezember 2012

 

 

Fritz Schumacher, 1928

Man wird die Lebensformen der Zukunft, wie sie dem schöpferischen geistigen Auge vorschweben, nicht erreichen können, ohne dass wir den baulichen Egoismus, der sich mit dem Mantel des „künstlerischen Individualismus“ zu tarnen pflegt, überwinden und an seiner Stelle ein Gemeingefühl entwickeln, das sich keine künstlerischen Ziele vorstellen kann, die nicht zugleich Ziele der Gemeinschaft wären.

 

 

Fritz Schupp Architekt der Zeche Zollverein Essen, 1930

Wir meinen aber, wenn der Zweck eines Gebäudes seine Einordnung in Alltägliches verlangt, einen Verzicht auf jeden Individualismus, dann liegt die künstlerische Leistung des Architekten eben in der Unterordnung unter den Zweck.

 

 

Gustav Wolf (Baupfleger von Westfalen) an einen werdenden Baumeister 1948

Modische Kleider mag man tragen; modische Häuser sind vom Übel. Mit welchem stummen, grässlichen Vorwurf muss ein Haus, das nach der vorgestrigen Mode gebaut wurde, seinen Urheber anschauen, wenn er morgen daran vorbeigeht.

Bauen wir also „nur“ gut, bauen wir nicht zeitgebunden. Mir schwebt immer vor, dass ich meine Bauten richtig gemacht habe, wenn sie zuletzt so dastehen, dass man bei ihrem Anblick nicht fragt, wer sie gebaut hat. S.35

 

 

Paul Bonatz, Leben und Bauen, 1953

Es ist ein steter Kampf gegen den Einfluss der Modejournale.

Ihr müsst unterscheiden lernen zwischen wirklichen Fortschritten und dem nur Modischen. Das erste wird bleiben, das zweite dauernd wechseln wie die Frauenmoden. Moden müssen aus ihrer Natur immer wechseln, aber die Baukunst soll länger dauern; man muss die Dinge in zehn, in zwanzig, in fünfzig und hundert Jahren auch noch mit Freude ansehen können. S.265

 

 

Volkwin Marg, Architektur ist politisch, Hamburg 2010

Architektur braucht Kontinuität, das ist meine Leitlinie.

 

 

Vittorio Lampugnani

Hier könnte, sollte, müsste etwas geschehen, Der Architekt 10/97

Architektur und Stadt können keine Wegwerfprodukte sein; sie müssen dauern. Und zwar nicht nur physisch, sondern auch ästhetisch. Unsere Häuser, unsere Städte dürfen nicht wie modische Objekte gestaltet sein, dem gerade gültigen Geschmack bedingungslos untergeordnet und darauf ausgerichtet, eben eine Saison zu halten und dann von neuen, noch modischeren Objekten ersetzt zu werden. Sie müssen über den kurzlebigen Trends stehen. Und eine Ästhetik ihr eigen nennen, die zwar dem Geist der Epoche entspringt, zugleich aber an die Vergangenheit anknüpft und in die Zukunft weist. Die leichtfertige Begeisterung für das Neue um des Neuen willen ist eine der verhängnisvollsten Erbschaften aus der Epoche der Avangarden.

 

 

Hans Stimmann, Berlin

Um die Identität einer Stadt zu stärken, muss sich neue Architektur auf den historischen und städtebaulichen Kontext, die architektonische Tradition beziehen. Fortschritt heißt nicht Bruch, sondern Weiterentwicklung bewährter Traditionen.

 

 

HRH Prince Charles, 1988

Wir haben jenes Bedürfnis nach Harmonie verloren, das uns einmal so selbstverständlich war und das uns einige unserer schönsten Straßenzüge und ausgewogensten Gebäudegruppen beschert hat.

Wo ist die Demut der Architekten und Planer geblieben?

Fast alle unsere Städte sind durch willkürlich platzierte, übergroße Gebäude ruiniert worden, die sich nur wenig voneinander unterscheiden und keinerlei Bezug zu den örtlichen Gegebenheiten haben.

Was uns wirklich nottut, ist, dass wir uns wieder jene Demut zueigen machen, die uns erst befähigt, die Lehren der Vergangenheit zu verstehen.

 

 

Gion Caminada Vrin, 2005

Heutzutage liegt man entweder im Trend und macht, was alle machen, oder man strebt nach etwas Außergewöhnlichem. Aber gerade diese Ansätze eignen sich nicht für einen Ort !!

Ein rein ästhetisches Objekt, mit dem sich die Leute nicht identifizieren können, ist für mich wertlos.

 

 

Paulhans Peters, Bauen: alltäglich und normal, in Baumeister 2/80

Architektur als Baukunst ist heute eine Geheimwissenschaft einer kleinen Gruppe von Architektur-Machern und ihrer Ideologen. Diese Art Architektur hat sich von der Gesellschaft gelöst und wird ihr aufgezwungen.

Es ist eine Tatsache, dass die meisten Menschen diese neuen Architekturen nur erdulden, weil sie keine Alternativen haben, sie aber nicht lieben.

 

 

Klaus Humpert,

Erhaltung und Entwicklung lokaler Eigenarten durch städtische Baupolitik in Freiburg, S. 91ff

Ich meine, dass wir vor allem lernen müssen, besser zu sehen. Ich glaube, wir haben in erschreckender Weise verlernt zu sehen. Dieser Verlust ist eine der schlimmen Erbschaften der Moderne, die im Grunde nur ihre eigene Arbeit, das von ihr gewollte Neue gesehen hat, aber nie nach Geschichte oder Verwurzelung gefragt hat. Wir haben die Sensibilität verloren, Orte zu sehen, den Punkt an dem wir stehen, von dem aus wir zum Beispiel die Stadt betrachten.

Wenn sie die Augen aufmachen, dann werden sie feststellen, dass jeder Ort seine eigene Sprache spricht. Ich habe in diesem Sinne einmal vom Dialekt einer Stadt gesprochen, vom Dialekt eines Raumes.

Es geht vielmehr darum, am Vorhandenen weiterzumachen.

Unterschiede die erkannt wurden weiterentwickeln, damit sie lebendig bleiben. Nicht herumreisen und von überallher Dinge importieren. Das Alte muss weiterentwickelt und die „neuesten Maschen“ verhindert werden.

 

 

Peter Meyer Aufsätze 1921-1974

Vor lauter Versuchen, das Außerordentliche zu leisten, haben wir verlernt, das Ordentliche zu tun. Gerade darauf aber, auf das Selbstverständliche, Unauffällige, lautlos Richtige käme es an.

 

 

Dr. Hermann Gretsch 1924

Genauso wie in der Musik gibt es bei der Architektur und den Gebrauchsgeräten Lösungen, welche die Allgemeingültigkeit eines Volksliedes erreichen.

 

 

Hans Paul Bardt, Identifikation mit gebauter Umwelt

in Wohnen in den Städten Spengelin, Nagel, Luz 1985 S.14

Der Architekt soll sich nicht leichtfertig über regionale Bautraditionen hinwegsetzen. Er soll berücksichtigen, welche Bauformen und Stadtgestalten für die Bewohner Heimatwert haben. Natürlich soll er sich bemühen, dass die Häuser, die er in einen Ort baut, nicht das Ortsbild zerstören, sondern in ihren Proportionen und ihrem Formkanon sich einpassen. Sehr wohl kann er auch auf regionale Baustoffe und regionale Erfahrungen mit Wetter und Klima zurückgreifen.

 


Hans Scharoun, 1928

der Architekt sollte sich nicht von Sensationen, sondern von Reflektionen leiten lassen

 

 

Fritz Schumacher, 1930

Zurückhaltung, die Einheitlichkeit erzeugt, ist der eigentliche Maßstab einer wirklich gefestigten Allgemeinkultur, das Zeichen einer inneren Sicherheit, die keiner äußerlichen Effekte bedarf.

 

 

Hermann Muthesius, 1915

Die Grundsätze des Heimatschutzes bestehen nicht in der Wiederholung der bisher an einem Ort üblich gewesenen guten oder weniger guten Bauformen als vielmehr an einer sinngemäßen Fortführung der örtlichen Bauüberlieferung im Geiste der Gegenwart

 

 

Franz Pesch, Empfehlungen zum Neubau in historischer Umgebung

in: Historische Stadt- und Ortskerne in Nordrhein-Westfalen, 1994, S.21 ff

Im Vordergrund steht eine zeitgemäße Architektursprache, die typische Gestaltmerkmale der Umgebung aufgreift und sich in Form, Material, Maßstab, Farbe und Proportionen in die umliegende Bebauung einfügt.

Neubauten sollen als solche erkennbar sein, aber das einheitliche Gesamtbild nicht stören. Wesentlich ist, dass das Neue zu dem Alten nicht in erdrückende Konkurrenz tritt.

 

 

Paulhans Peters, Baumeister 1/1981, S. 8

Es gilt Ähnlichkeiten herzustellen, nicht zu verbalisieren. Ähnlichkeiten, die wieder das Gemeinsame erkennen lassen, das Ortstypische, auch das Vertraute, was das Gegenteil der üblichen Innovationssucht ist.

 

 

Peter Breitling, Baumeister 6/1989, S. 34 ff

Wie könnte so ein Knigge des baulichen Respekts zustande kommen und wie müsste er aussehen?

Sicher ist, dass er ohne eine bis ins Detail gehende Beschäftigung mit den Gestaltgesetzen des Vorhandenen nicht möglich wäre. Selbstverständliches Weiterbauen, eine virtuose Auseinandersetzung mit dem Genius Loci beginnt mit der städtebaulichen Grunddisposition. Sie wird weitergeführt in der Höhenentwicklung, den Baukörperproportionen und dem kleinen „Korn“ und geht bis zum Vokabular der Fassadengestaltung, das verwandt ist mit der Nachbarschaft, ohne sie zu kopieren.